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Kamin-Zeit: Wie heizt man richtig?

In nur einem Jahrzehnt hat sich der Holzverbrauch privater Haushalte verdreifacht. Ein Ster Buche zum Selberernten im Wald kostet bereits um die 30 Euro, trocken und ofenfertig werden 80 Euro je Ster und mehr bezahlt. Schornsteinfeger müssen inzwischen mit Beratungen und Kontrollbesuchen mithelfen, dass der im Grunde als klimafreundlich geltende nachwachsende Brennstoff Holz der Umwelt nicht mehr schadet als nützt.

Die richtige Menge

Die Beratung ist wichtig, denn viele Kaminöfen werden falsch betrieben. Oft gilt der Grundsatz: "Heizen, das kann doch jeder!" Ein Blick in die Bedienungsanleitung des Ofens erscheint überflüssig. "Das ist schon wichtig, da steht nämlich drin, wie viel Brennstoff man maximal auflegen darf. Also hier wären das bei maximaler Heizleistung drei Kilogramm. Wichtig ist, dass man nicht mehr auflegt. Davon hat man nichts, der Brennstoff geht durch den Kamin ganz einfach verloren, weil der Ofen das nicht verarbeiten kann." Ronald Walter, Schornsteinfegermeister, Stegaurach b. Bamberg

Das richtige Anfeuern

Auch das richtige Anfeuern ist eine Kunst für sich. Ronald Walter erklärt, wie man es am besten macht: "Die großen Stücke unten rein, nicht wie früher das kleine Holz unten. Dann nimmt man einen Holzwolleanzünder, den legt man dann da drauf. Dann geht man her, nimmt ein wenig kleines Holz. Dann legt man das Holz quer darüber, wie so ein Anfeuer-Modul. Und dann zündet man das Ganze an ... jetzt haben wir oben einen sauberen Ausbrand, das raucht nicht. Was auch wichtig ist, dass man die ganzen Luftschieber in der Anheizphase aufmacht, bis wir eine richtige Grundglut haben, dann können wir nachlegen."

Das gehört nicht in den Ofen

Was man auf keinen Fall tun sollte, ist das Anheizen mit Zeitungspapier. Auch Kartons, Möbel- und Bauholz-Reste, Spanplatten sowie Paletten haben im Ofen nichts verloren. Wer etwas anderes als naturbelassenes Holz verheizt, der schadet der Umwelt und riskiert eine Anzeige.

Die richtige Lagerung

Holz richtig aufbereiten und lagern: eine Kunst für sich

Nach der Bundesimmissionsschutz-Verordnung muss ein Schornsteinfeger zwei Mal innerhalb von sieben Jahren bei einer Feuerstättenschau neben dem Ofen auch das Brennstofflager überprüfen. Josef Schmitt, ein Kunde von Ronald Walter, macht es richtig: Er sägt und spaltet Brennholz so, dass es gut in seinen neuen Kaminofen passt und gut abtrocknet. Josef Schmitts Holz unterschreitet auch den gesetzlich vorgeschriebenen Feuchtegehalt von maximal 25 Prozent. In der Wohnung lagert er immer einen Tagesvorrat Holz, denn vorgewärmtes Holz brennt besser. Und seit sich Josef Schmitt einen neuen Kaminofen nach aktueller Schadstoff-Norm gekauft hat, ist der Holzverbrauch um ein weiteres Drittel gesunken. Wer sich einen neuen Kaminofen kaufen will, der sollte übrigens immer prüfen, ob die Geräte die Abgasnorm erfüllen. Bei manch einem "Schnäppchen" ist das nicht immer der Fall.